Noch Ende des vergangenen Jahres hatte die Türkei höhere Goldbestände angehäuft als die Europäische Zentralbank, nur wenige Wochen später herrscht Flaute im Goldmarkt am Bosporus: Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind die türkischen Goldimporte im Februar 2014 um 93 Prozent zurückgegangen.
Vom Januar zum Februar 2014 verzeichneten die Türken einen Rückgang von 79 Prozent.
Hauptgrund für den Einbruch ist das Ende eines ganz speziellen, heiklen Deals mit dem Iran. Weil der Handel gegen Geld mit dem Golfstaat aufgrund des internationalen Embargos verboten ist, bezahlten die Türken die iranischen Gaslieferungen kurzerhand mit Gold. Nach den massiven Kursverlusten des Edelmetalls im Frühjahr des vergangenen Jahres deckte sich die Türkei nur noch stärker mit Gold ein. Nach zahlreichen Protesten soll das brisante Geschäft mittlerweile beendet sein.
Dazu kommt die neue Strategie der US-Notenbank. Die Ankündigung, von der lockeren Geldpolitik abzukehren, führte zu höheren Zinsen und Kapitalabflüssen in Schwellenländern wie Indien – und auch der Türkei. Die türkische Lira geriet unter Druck, zusammen mit der Erholung des Goldkurses wurde das Edelmetall immer teurer für die türkischen Importeure. So ist ein neuer Run aufs Gold am Bosporus in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.